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Steffen Schassberger

Steffen Schassberger
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Bevölkerungsschutz

Einsatzeinheiten für den Bevölkerungsschutz

Die multifunktionalen Einsatzeinheiten sind bei Schadensereignissen jeder Größenordnung schnell und flexibel in der Lage, abgestimmt auf die bereits bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes und der Feuerwehren, den betroffenen Menschen gezielt zu helfen.  

Mit der Reform des Bevölkerungsschutzes in Baden-Württemberg wurde die Zahl der Einsatzeinheiten reduziert, gleichzeitig aber die Ausstattung modernisiert. Durch den modularen Aufbau der neuen Einsatzeinheiten können durch die einzelnen Module der öffentlich-rechtliche Rettungsdienst gezielter unterstützt sowie Fachbereiche aus den einzelnen Einsatzeinheiten zusammengezogen werden, ohne dass jeweils die gesamte Einsatzeinheit alarmiert werden muss.  

Im Landkreis Ludwigsburg gibt es nunmehr nach geografischer Ausrichtung fünf Einsatzeinheiten:   Nord, Ost, Süd, West und Mitte,  mit einer jeweiligen Personalstärke von 32 Personen und mit einer 200 % Personalreserve. In der Einsatzeinheit Ost und Süd ist jeweils der  Malteser Hilfsdienst mit vertreten.

 

Die Einsatzkonzeption des Innenministeriums Baden-Württemberg sieht zur Bewältigung eines Großschadensereignisses mit vielen Verletzten oder Betroffenen zwei unterschiedliche Typen von Einsatzeinheiten vor. 

In der Einsatzeinheit Erstversorgung erfolgt eine direkte Anbindung des Leistungsmoduls "Erstversorgung" als Schnelleinsatzgruppe an den Rettungsdienst, um eine schnelle und effektive Versorgung einer größeren Anzahl von Verletzen zu gewährleisten. Die zeitnahe Einbindung des Leistungsmoduls Transport in die Hilfeleistung ergänzt die Arbeit der Schnelleinsatzgruppe Erstversorgung durch den Transport Verletzter in umliegende Krankenhäuser.

Das Leistungsmodul Betreuung und Logistik sorgt in Zusammenarbeit mit der psychosozialen Notfallversorgung für eine adäquate Betreuung von unverletzten Betroffenen eines Unglücks. Ergänzt werden die Einsatzkräfte durch technisch ausgebildetes Fachpersonal des Leistungsmoduls Technik und Sicherheit.

Die Einsatzeinheit Behandlung führt ergänzend das benötigte Material mit, um zusammen mit einer Einsatzeinheit Erstversorgung einen Behandlungsplatz betreiben zu können.

Beide Einsatzeinheiten haben einen modularen Aufbau und sind in die Bereiche Führung, Erstversorgung / Behandlung, Transport, Betreuung und Logistik sowie Technik und Sicherheit gegliedert.

Leistungsmodul Führung

Der Zugführer und verantwortliche Arzt und deren Team bilden das Leistungsmodul Führung. Zu den Aufgaben zählen die Erkundung der Lage, Sicherstellung der Kommunikation, Unterstützung bei der Patientendokumentation, das Führen von Transport- und Verteilungsübersichten sowie die Einsatzdokumentation.

Außerdem kann das Leistungsmodul Führung die personelle und technische Unterstützung für den medizinischen Leiter (Leitender Notarzt- LNA) und den organisatorischen Leiter (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst - OrgL) zur Verfügung stellen.

Leistungsmodul / Schnelleinsatzgruppe Erstversorgung

Allgemein unterstützt und ergänzt eine Schnelleinsatzgruppe bei größeren Schadensereignissen den für den einzelnen Notfall vorgehaltenen Rettungsdienst durch die Bereitstellung von Material, Rettungsmitteln und ehrenamtlichem Personal mit entsprechender Ausbildung. Die Schnelleinsatzgruppe schließt bei einer Vielzahl von Patienten und unverletzt Betroffenen schnellst möglichst die Versorgungslücke, wenn die Vorhaltekapazität des regulären Rettungsdienstes überschritten ist. Der Einsatz dient also vorrangig der Unterstützung der bereits tätigen Rettungsdienstkräfte, eine Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst ist daher unabdingbar.

Leistungsmodul Transport

Das Leistungsmodul Transport stellt in Ergänzung zu den Fahrzeugen des Rettungsdienstes zusätzliche Transportkapazitäten (vier) für schwerverletzte Patienten auch über größere Distanzen zur Verfügung. Das Modul besteht aus zwei Notfall-Krankenwagen,

Leistungsmodul Betreuung und Logistik

Schadensereignisse lassen sich aufgrund Ihrer Komplexität sehr selten nur einem Fachdienst zuordnen. Fast immer sind die Menschen individuell unterschiedlich von einem Unglücksfall betroffen. Nicht alle Betroffenen sind verletzt und werden daher auch nicht vom Rettungsdienst und Sanitätsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.

Das Leistungsmodul Betreuung & Logistik wird daher auch weiterhin bei entsprechenden Schadensereignissen in die Hilfeleistung mit einbezogen. Die Betreuungsgruppe soll spätestens eine Stunde nach Eintritt eines Schadensereignisses an der Einsatzstelle eintreffen. Die Einsatzkräfte leisten den Betroffenen überall dort Hilfe, wo sie sich aufgrund der Situation aus eigenem Vermögen nicht selbst helfen können. Die Betroffenen werden betreut und mit lebensnotwendigen Versorgungsgütern (Hygieneartikel, Bekleidung) versorgt. Darüber hinaus sorgen die Einsatzkräfte für Verpflegung und vorläufige, vorübergehende Unterbringung der Betroffenen. Das Leistungsmodul ist so ausgelegt, dass ca. 100 betreuungsbedürftige Personen versorgt und betreut werden können. Sind aufgrund des Schadensereignisses und der Situation an der Einsatzstelle überwiegend Betreuungsaufgaben zu erfüllen, werden diese von der gesamten Einsatzeinheit durchgeführt. Die gesamte Einsatzeinheit kann bis zu 500 Personen, je nach notwendiger Betreuungsintensität, unterbringen, verpflegen und sozial betreuen.

Leistungsmodul Technik

Das Modul Technik und Sicherheit gewährleistet die technische Unterstützung der anderen Module und übernimmt die sicherheitstechnische Absicherung der gesamten Einheit im Einsatz ggf. in Abstimmung mit anderen Organisationen, z.B. Feuerwehr oder Technischem Hilfswerk.

Die Einsatzkräfte des Moduls verrichten handwerklich-technische Tätigkeiten mit entsprechendem Werkzeugen und Hilfsmitteln, errichten Zelte, errichten und betreiben sicherheitsgerecht technische Geräte und Anlagen (z.B. Notstromversorgung, Beleuchtung, Zeltheizgeräte), überwachen die technischen Geräte während des laufenden Betriebes, wirken bei der Logistik der gesamten Einheit mit. Die Gruppe Technik und Sicherheit gewährleistet die bedarfsgerechte Unterstützung der anderen Gruppen, so dass - auch bei widrigen äußeren Bedingungen - durch den Aufbau von Zelten und durch die Einrichtung von Beleuchtung und Heizung die Versorgungsmöglichkeiten an der Einsatzstelle entscheidend verbessert werden können.